Auf ein Wort – Festung Europa

Claudia Rössling-Marenbach

Festung Europa

Jeden Tag hören wir es in den Nachrichten:
Die Festung Europa ist für Menschen von außerhalb, speziell vom afrikanischen Kontinent, fest verschlossen. Flüchtlinge, die von kriminellen Schlepperbanden für eine (für diese Menschen) horrend
große Summe Geld auf Mini-Boote gesetzt werden und auf ’s Meer hinaus geschickt werden, ertrinken vor unseren Küsten zu hunderten. Die Schlepper wissen das und es ist ihnen egal. Wir wissen es… Ist es uns auch egal?

Wann handeln wir endlich?

Ich war vor einiger Zeit auf einem Geburtstag einer älteren Dame, die den Krieg noch erlebt hatte. Schnell kam natürlich das Gespräch auch auf dieses Thema und das Entsetzen darüber war groß. Die Gäste und Gastgeber, die an diesem Morgen am Geburtstagstisch saßen, waren zum großen Teil vor vielen Jahrzehnten selbst Flüchtlinge gewesen und hatten erlebt, wie es ist, Hunger zu leiden, Angst um das nackte Leben zu haben, nicht zu wissen, ob ein Familienmitglied noch lebt oder längst tot ist. Sie wussten, was es bedeutete, die Heimat aufgeben zu müssen und alle Menschen, die einem etwas bedeuten. Ihnen standen zum Teil noch heute die Tränen in den Augen bei den furchtbaren Erinnerungen an Demütigung, Verletzung, Verlust und all diese Dinge. Die Menschen damals haben – wenn auch häufig nach Anlaufschwierigkeiten, weil sie nicht unbedingt gewollt waren – eine neue Heimat in unserem Land gefunden und sind heute selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Die meisten Nachbarn wissen wahrscheinlich noch nicht mal mehr, dass das mal Flüchtlinge waren. Sie haben unser Land mit aufgebaut und mit dafür gesorgt, dass wir in Frieden leben dürfen.

Warum nur trauen wir das den Menschen, die HEUTE flüchten nicht zu? Warum nur haben wir immer noch Angst vor dem Fremden?

Warum nur kosten Versicherungen für Flüchtlingsunterkünfte das xfache des normalen Wertes?

Bei Matthäus im 25. Kapitel steht, wie wir mit Fremden umgehen sollen:

31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

 

Dein Christus ist ein Jude

Dein Auto ist ein Japaner

Deine Pizza ist italienisch

Dein Mittagsmahl ist chinesisch

Dein Champagner ist französisch

Deine Demokratie ist griechisch

Dein Kaffee ist brasilianisch

Dein Urlaub ist türkisch

Deine Schrift ist lateinisch….

….und Dein Nachbar ist „nur“ ein Ausländer????

Wusstest Du schon:

Jeder ist Ausländer – fast überall!!

Herzliche Grüße,

Ihre Claudia Rössling-Marenbach

 

P. S. Wohin fahren Sie eigentlich in Urlaub?