Montag, 20. Juni 2016

Aus dem Tagebuch von Kiki, der Kirchenmaus

Montag, 20.Juni 2016

Kiki Kirchenmaus
Regen, Regen nichts als Regen. Ich sitze nun schon seit einer Woche jeden Tag in der Kirche und hoffe auf besseres Wetter. Allmählich ist das nicht mehr auszuhalten. Wenn ich spazieren gehen will, muss ich genau aufpassen, wo ich hintrete. Am Ende falle ich noch in eine Riesenpfütze oder ein Schlammloch und komme nicht mehr raus.
Pfarrers KatzeHeute Morgen hat mich Pfarrers Katze besucht. Sie war total nass, als sie bei mir im Turm ankam. (Tja, Regenschirme für Katzen sind halt noch nicht erfunden ;-)). Auf jeden Fall meinte sie zu mir, wenn es weiter so regnen würde, wäre es bald Zeit für Noah und seine Arche.
Ich habe sie verwirrt angeschaut und sie gefragt, warum denn Noah kommen sollte. Ihr müsst wissen, Noah heißt der Fuchs, der hier immer um die Ecken schleicht und alles, was kleiner ist als er, terrorisiert.
Da hat mich die Katze schief angeschaut und mich ungläubig gefragt, ob ich als Kirchenmaus denn nicht die Geschichte von Noah und seiner Arche aus der Bibel kennen würde.
Uups, das war mir ja jetzt echt peinlich!
Die Geschichte kannte ich wirklich noch nicht. Da habe ich wohl im Kindergottesdienst (KiGo) nicht richtig zugehört. (Das ist ja auch nicht immer ganz leicht. Immerhin muss ich ja von der Kirche bis ins alte Pfarrhaus laufen, wenn KiGo ist. Das ist für so eine kleine Maus ein ganz schön großes Stück.)
Die Katze fand, dass ich die Geschichte unbedingt hören musste und fing an die Kurzversion zu erzählen:

Vor langer, langer Zeit, als die Menschen die Erde immer schlechter und böser wurden, verlor Gott die Geduld und beschloss, alles Lebendige auf der Erde zu vernichten. Nur ein Mann und seine Familie fanden Gnade vor Gottes Augen und sollten weiterleben. Dieser Mann hieß Noah. Zusammen mit seiner Familie sollten sie ein riesiges Schiff bauen – die Arche – und von jeder Tierart ein Männchen und ein Weibchen mitnehmen.Arche Noah fragte Gott, warum er denn ein Schiff bauen sollte und Gott antwortete, dass er eine große Flut kommen lassen wollte, die alles Leben auf der Erde vernichten solle. Damit aber nach der Flut das Leben wieder weitergehen kann, sollte Noah von jeder Art ein Pärchen mitnehmen.
Gesagt, getan. Noah baute die riesige Arche, brachte von jeder Tierart ein Pärchen im Schiff unter und kaum war er damit fertig, fing es an zu regnen. Es schüttete wie aus Eimern und das 40 Tage und Nächte lang. Danach war die Erde ein einziger Ozean und die einzigen, die noch lebten, waren Noah, seine Familie und die Tiere in der Arche.
Einige Zeit später ließ Gott das Wasser wieder sinken und allmählich kamen die Berge und Hügel wieder zum Vorschein. Einige Zeit später, war alles Wasser abgeflossen und die Arche setzte auf dem festen Boden auf. Noah und seine Familie und alle Tiere in der Arche waren gerettet. Noah ließ einen Raben fliegen, um zu sehen, ob das Land schon wieder bewohnbar war. Aber der Rabe kehrte wieder zurück und so mussten alle noch warten, bevor sie die Arche verlassen konnten.
TaubeIrgendwann ließ Noah eine Taube fliegen. Als diese zurückkam, hatte sie einen Ölzweig im Schnabel. Da wusste Noah, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis sie die Arche verlassen konnten. Nachdem die Taube beim dritten Mal nicht mehr zurückkam, wusste Noah, dass die Erde wieder bewohnbar war. Jetzt durften alle die Arche verlassen.
Gott versprach Noah dass sie immer genug zu essen und es ihnen immer gut gehen würde. Zum Schluss segnete Gott Noah und seine Familie, sowie alle Tiere.

Wow, was für eine Geschichte! Ich war schwer beeindruckt. Ob jetzt deswegen so viel regnete? Will Gott uns alle vernichten, weil die Menschen wieder böse und schlecht sind? Die Katze beruhigte mich. Nach der großen Flut hatte Gott extra den Regenbogen an den Himmel gemalt, damit er selbst und wir nie mehr vergessen sollten, dass die Welt nicht mehr untergehen soll. Das würde also nicht geschehen. Dafür sei ja Jesus Christus auf die Welt gekommen. Aber das sei eine Geschichte.
Regenbogen