Auf ein Wort

Claudia Rössling-MarenbachJeder von uns ist in seinem Leben immer wieder mal in einer Situation, in der er sich klein und schwach fühlt. Jeder ist mal in einer Situation, in der er müde ist und krank. Jeder ist mal in einer Situation, in der er sich gedemütigt fühlt und sich entweder in ein Loch verkriechen möchte oder alles kurz und klein schlagen möchte. Jeder von uns kennt solche Situationen. Und sie machen keine Freude.
Wenn uns dann gar nichts mehr einfällt, fällt uns manchmal Gott wieder ein und wir versuchen es zaghaft mit einem Gebet und hoffen, dass er dieses Gebet erhört – und natürlich erfüllt…. Und was tut Gott – wie so oft reagiert der mal wieder ganz anders, als wir uns das wünschen würden, als wir uns das erhoffen. Er sagt nichts anderes als: Meine Gnade genügt dir. Sie ist gerade dann in dir mächtig, wenn du schwach bist (2. Korinther 12,9).
„Na prima“ – das ist das, was man dann denkt… „Ich hatte es ja eigentlich auch nicht anders erwartet“.
Erst viel später, wenn Kopf und Herz wieder richtig funktionieren, stellen wir fest, dass Gott sehr wohl auf unser Gebet reagiert hat – nur nicht so, wie wir uns das vorgestellt hätten: Er hat uns immer wieder die Kraft gegeben, morgens aufzustehen und weiterzumachen. Er hat uns jeden Morgen den Mut gegeben, unsere Probleme anzugehen. Er hat uns jeden Tag einen Weg gezeigt, den wir gehen können… Nur sieht man das meistens nicht als Gottes Hilfestellung an sondern viel mehr als: „Das Leben geht halt irgendwie weiter!“ „Meine Gnade genügt dir. Gerade dann, wenn Du schwach bist, bin ich in dir mächtig.“
Dietrich Bonhoeffer schreibt in seinem Buch „Widerstand und Ergebung“ dazu: „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen.“
Ich wünsche Ihnen in Ihren mühsamen Tagen das Vertrauen, dass sie wissen und spüren: Gott ist da und er wird mir einen Weg und die Kraft geben, die ich brauche.

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