Auf ein Wort

Claudia Rössling-Marenbach Erinnern Sie sich? Im Gemeindebrief von März bis Mai 2017 hatte ich genau an dieser Stelle darüber geschrieben, dass irgendein merkwürdiger Zeitgenosse Weihnachtskugeln am Nussbaum im Steinäcker Weg in Seibersbach kaputtgeschlagen hatte – was ich persönlich total traurig fand und was mich wütend machte, weil ich mich zuvor so darüber gefreut hatte, dass da jemand so eine schöne Idee hatte. Ich hab damals gefragt:„Was macht es nur, dass wir Menschen offenbar nichts Schönes einfach mal schön sein lassen können? Ist es das, was man mit einem steinernen Herzen beschreiben kann?“ Ich könnte den Artikel gerade wieder so schreiben. Warum? Auf den Seiten 6 und 7 dieses Gemeindebriefes wird die Baumpflanzaktion der Katechumenen beschrieben. Voller Stolz stehen die Jugendlichen vor den Bäumen, für die sie gesammelt haben, für die Menschen unserer Gemeinde gespendet haben und die mit Hilfe der Gemeindearbeiter gepflanzt wurden. Einer der Bäume, die in Dörrebach gepflanzt wurden, wurde (aller Wahrscheinlichkeit nach mutwillig) abgebrochen. Entschuldigen Sie, wenn ich das so wütend schreibe: Welcher Depp
macht denn so was?
Und selbst wenn es nicht mutwillig sondern versehentlich war: Warum hat er/sie nicht den Mumm, zu sagen: „Hey, so und so ist das gewesen: Ich stehe dafür gerade und wir organisieren einen neuen Baum und ich helfe beim Einpflanzen!“
Um jetzt mal theologisch zu werden, denn ich glaube genau dieses Prinzip gilt für unser ganzes Leben: Natürlich passieren uns Dinge im Leben, die uns peinlich sind. Natürlich laden wir Schuld auf uns – anderen Menschen gegenüber und auch Gott gegenüber. Ich persönlich glaube, dass der liebe Gott sich all diese Dinge am „Tag der roten Ohren“ (so nenne ich den Tag des Gerichts) mit uns ansehen wird und uns sehr wohl fragen wird, warum wir uns so oder so verhalten haben. Ich glaube auch aus tiefstem Herzen, dass er einen solchen Großmut und ein solch gnädiges Herz haben wird, uns das zu vergeben. Ich glaube aber auch, dass die Voraussetzung genau dafür ist, dass wir uns diesen Dingen stellen und zu ihnen stehen. Eine „billige Gnade“ gibt es meines Erachtens nicht.
Daher mein Appell an den Menschen, der den Baum umgeknickt hat. Es wäre sehr schön, mutig und aufrichtig, wenn Du/Sie dazu stehen könntest und ihn ersetzt! Anruf genügt. Alles Weitere regeln wir im
Vier-Augen-Gespräch.
Ihre Claudia Rössling-Marenbach