Auf ein Wort

Mögen Sie den Frühling oder den Herbst lieber?
Wenn Sie mich fragen, würde ich spontan sagen: Frühling! Doch wenn ich länger darüber nachdenke, fällt mir auch vieles ein, was ich am Herbst mag: die reiche Ernte, die langsam bunt werdenden Bäume, die sich nach und nach zur Ruhe legende Natur.
Doch wie selten richten wir unseren Blick auf die schönen Dinge. Meist fällt uns ja eher auf, was uns nicht gefällt: dieser Sommer zu trocken und zu heiß, letztes Jahr zu kurz, der Winter zu lang… Manchmal bemerken wir auch gar nicht, was um uns herum passiert. Es ist zu selbstverständlich und wir sind zu beschäftigt. Die Zeit verrinnt, ohne dass wir es merken. Der Sommer ist fast vorbei, bald ist wieder Herbst und wie schnell geht das Jahr auf sein Ende zu.
Der Monatsspruch für September erinnert uns vor Beginn des Herbstes:

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Pred 3,11

Ich finde diese Zeilen sehr treffend, auch wenn der Prediger keine allzu hohe Meinung vom Menschen hat. Jede Zeit hat ihre Schönheiten, aber wie oft können wir diese nicht begreifen. Doch hin und wieder haben wir eine Ahnung von der Ewigkeit. Die brauchen wir auch, wenn jetzt nach dem Spätsommer und dem hoffentlich goldenen Herbst die dunklen Monate kommen.
Wenn wir in der Bibel weiterlesen, steht dort: „Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt, als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben“.
Leichter gesagt, als getan, aber versuchen Sie doch einmal, sich einladen zu lassen hin und wieder innezuhalten. Vielleicht denken Sie das ein oder andere Mal ja auch: „Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit“.

Ihre Vikarin Abigajil Bock