Auf ein Wort

Liebe Leser – innen!

Foto: Alea Horst

Kürzlich hörte ich im Autoradio einem Gespräch über die Vorteile des Schreibens mit der Hand zu. Es ist sehr gut für die Entwicklung des Gehirns. Die Kinder müssen ja vermutlich bald schon in der Grundschule eine Tastatur bearbeiten. Der skeptische Interviewpartner wies darauf hin, dass wir es uns abgewöhnen werden, unsere Sätze zu Ende zu schreiben und vielleicht auch zu denken, weil ja die Maschine Vorschläge zur Vervollständigung mache.

Da fielen mir gleich lustige Erfahrungen ein. Ich wollte unlängst den Namen Amazon eingeben, vertippte mich leider und bekam als Vorschlag: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“. Das kommt davon.

Auf dem Display meines Smartphones erscheinen fortlaufend Vermutungen, was ich denn wohl schreiben wolle. Das richtige Wort kann ich mir auf der Leiste über der Eingabe aussuchen. Wenn man über entsprechend trainierte Daumen verfügt, erreicht man irrsinnige Geschwindigkeiten, das kann man vor allem bei jungen Menschen beobachten. Mit vielen Worten kann die Maschine aber gar nichts anfangen. Geben Sie mal „Presbyterium“ ein, oder gar biblische Begriffe. Da sind wir dann wieder auf uns gestellt.

Im Grunde hat unser Gehirn diese Leistung immer selbst vollbracht. Ich habe damit sogar mein Geld verdient und freue mich immer noch, wenn es heißt: Der Pfarrer hat die richtigen Worte gefunden. In letzter Zeit gibt es aber auch Irritationen. Da ich zunehmend schlechter höre, errate ich einfach, was die Menschen gesagt haben, leider mit kuriosen Ergebnissen. Meine Frau findet viele Eingebungen abwegig, ich weiß auch nicht, wie ich meine Trefferquote erhöhen kann. Sie wiederum wollte mir kürzlich eine SMS tippen, beginnend mit den Worten: „Sei klug und …“ Die Maschine schrieb unbemerkt weiter: „einfach glücklich!“ Ob das noch mit rechten Dingen zugeht? 

Zurück zu den Kindern an der Tastatur. Zum Vervollständigen gehört die Kenntnis vieler Wörter und besser noch Sätze. „Nun aber bleiben …“ – da ist es schön, wenn man weiß: „… Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ Das steht im  1.Korinther 13,13.

Nicht selten ändere ich meine Sätze aber auch während des Sprechens, weil mir plötzlich etwas Netteres einfällt. Der Heilige Geist ist immer noch der beste Texter. Fröhliche Pfingsten!

J . Deserno