20 Jahre Jubilate

20 Jahre Jubilate 1998 – 2018

„Oh Bethlehem du kleine Stadt, wie stille liegst du hier“, mit diesem Lied begann, im Weihnachtsgottesdienst 1998 eine Erfolgsgeschichte.
Sieben Frauen aus Seibersbach hatten sich in der Adventszeit zu einem kleinen Spontanchor getroffen, unter der Leitung von Karen Gruyters, der Ehefrau des damaligen Pfarrers Volker Gruyters. Ziel war die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes an Heilig Abend um 21 Uhr. Im Jahr darauf traf man sich wieder in der Adventszeit, um erneut für den Weihnachtsgottesdienst zu proben.

Nach dem Gottesdienst kam bei den Frauen der Wunsch auf, sich häufiger zum Singen zu treffen, da es allen Spaß machte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus diesen sporadischen Treffen, eine regelmäßige Chorprobe, zu der immer wieder neue Frauen dazukamen, „angelockt“ durch die begeisterten Erzählungen der bisherigen Chormitglieder. Die musikalische
Gestaltung der dritten Weihnachtsnacht musste kurzfristig ausfallen, da es ein plötzlicher Eisregen einigen Sängerinnen unmöglich machte, in die Kirche nach Seibersbach zu kommen.

Im Dezember 2000 präsentierte sich der Frauenchor, der zu dem Zeitpunkt noch keinen Namen hatte, einem größeren Publikum, als er der Einladung des MGV Seibersbach folgte und bei dessen Winterkonzert auftrat. „Die Frauen überzeugten mit einer guten Stimmqualität und flotten Gospelliedern.“, wie es im Zeitungsbericht hieß, der über dieses Konzert berichtete.

Oktober 2010

Spätestens nach diesem Auftritt war allen Frauen klar, dass sie weiterhin zusammen proben und Auftreten wollten, daher machte man sich auf die Suche nach einem passenden Namen für den Chor. Zu diesem Zeitpunkt war das Lied „Jubilate Deo“ fester Bestandteil im Repertoire des Chores, weshalb eine der Frauen den Vorschlag einbrachte, man könne sich doch Jubilate nennen. Nach kurzem Überlegen folgte man diesem Vorschlag, denn jauchzen, jubilieren, singen zu Gott (der deutschen Übersetzung von Jubilate Deo), das war es was den Chor ausmachte und bis heute ausmacht. Gemeinsam singen, von der Liebe und Größe Gottes erzählen und den Menschen bewusst machen dass Gott für uns sorgt und uns begleitet. Gottes
Geschichte mit uns Menschen immer wieder neu erzählen, mit bekannten Melodien und Texten, unbekannteren Werken und Eigenkompositionen des aktuellen Chorleiters Michael Hombach. Er kam 2001 zum Chor und hat diesen mit seiner Art sehr geprägt. Er erwartet viel von den Frauen und probt intensiv an Feinheiten und Nuancen, schafft es aber immer wieder, diese hohen Erwartungen mit einer Leichtigkeit und Fröhlichkeit einzufordern, dass es sich gar nicht so sehr nach harter Arbeit anfühlt. „Es gab bisher eigentlich keine Probe, in der wir nicht mindestens vier, fünf Mal richtig gelacht haben.“

Juni 2009

Dieses gemeinsame Lachen schafft ein immenses Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Chores. Dass sich die harte Arbeit in den Proben lohnt, merkt man bei und nach jedem Auftritt des Chores. Die Zuhörer sind begeistert und nicht selten gab es, am Ende der Konzerte, stehende Ovationen für Jubilate. In den letzten 20 Jahren gab es unzählige Auftritte des Chores im Rahmen von Gottesdiensten (Osternächte, Konfirmationen, Einführungs- und Verabschiedungsgottesdiensten, Jubiläen…), gemeinsame Konzerte mit anderen Chören, Konzerte im Rahmen der Musik am Montag, Konzerte in verschiedenen Altenheimen in der Region und Ständchen in verschiedenen Domen in Deutschland.

November 2011

Seit einigen Jahren unternimmt der Chor im Spätsommer eine Chorfreizeit, in dieunterschiedlichsten Städte in Deutschland. Die Chorfreizeit nach Köln wird dem Chor noch lange in Erinnerung bleiben, da diese Reise den Ausschlag für den Spitznamen des Chores gab. Seit damals heißen die Frauen des Chores auch „Seibersbacher Domspatzen“. Hintergrund ist der, dass der Chor eine Führung im Kölner Dom mitmachte und im Anschluss, ganz spontan, ein kurzes Lied gesungen hatte.

Den Besucherinnen und Besuchern des Domes gefiel es, den Kölner Domschweizern nicht. Sie forderten den Chor auf, den Dom zu verlassen. Dieser Rauswurf hielt die Frauen aber nicht davon ab, dass sie bei ihren weiteren Chorfreizeiten in verschiedenen Kirchen sangen. So zum Beispiel im Kloster Maulbronn, im Kaiserdom in Speyer, dem Limburger Georgsdom, und dem Hohen Dom zu Aachen. Überall waren sie gern gesehen und vor allem gehörte Gäste, die die unterschiedlichen Räume mit ihrem Klang erfüllten.

Dezember 2013

Was ist es, was diesen Chor ausmacht? Fragt man die Frauen selbst, kommt die ganz klare Aussagte: Die Gemeinschaft. Wir haben in den vielen Jahren sehr viel zusammen gesungen, gelacht und auch geweint. Wir haben uns viel erzählt und wussten und wissen uns in der Gemeinschaft gut aufgehoben. Wir freuen uns immer auf den Mittwoch, wenn wir uns zur Probe treffen. „Diese eineinhalb Stunden geben mir wieder neue Energie und Kraft. Sie sind ein schöner Abschluss nach einem stressigen Tag.“

 

Oktober 2017

Übrigens, von den acht Frauen die im Weihnachtsgottesdienst 1998 mitgesungen haben, sind vier noch immer im Chor und eine Frau kommt sporadisch zu Osternächten dazu oder besonderen Konzerten. Aktuell singen ca. 25 Frauen aktiv im Chor mit. Sie kommen aus fast allen Orten der Kirchengemeinde und aus den Nachbarorten. „In den Frieden dieses Abends, stimmen unsre Herzen ein. Lass die Lieder die wir singen, Zeugnis deiner Liebe sein.“ So klingt es immer am Anfang und am Ende einer Probe aus der Kirche oder dem Alten Pfarrhaus in Seibersbach und es wird hoffentlich noch viele Jahre so erklingen.

Wenn Sie Lust bekommen haben, den Chor mal zu hören, am Montag den 01.07.2019 findet die 107. Musik am Montag statt, die vom Frauenchor Jubilate gestaltet wird, unter Mitwirkung von Judith Biegner (Querflöte) und Peter Günter (Gitarre).

Wenn Sie selber mitsingen möchten, der Chor probt jeden zweiten Mittwoch um 18.30 Uhr in der Evangelischen Kirche Seibersbach.

C. Andrae; U. und S. Kemp
Fotos: Claudia Rössling-Marenbach