Auf ein Wort

Foto: Alea Horst

Liebe Leser – innen!
Nun ist es soweit, wir nehmen Abschied von unseren alten Kirchengemeinden. Wie oft habe ich das am Telefon gesagt: Pfarrer Deserno, Evangelische Kirchengemeinde Stromberg. Dieser Tage kam die erste Post, gerichtet an die Evangelische Kirchengemeinde Guldenbachtal. So heißen wir nun. Und wir alle wissen, wie schnell man das Alte vergessen hat. 
Oder trauert man doch noch nach? So oder so, bewusst Abschied nehmen, dazu wird uns immer geraten.

Doch wie? Was z.B. sagt man genau jetzt, beim Abschied von der Evangelischen Kirchengemeinde Seibersbach? Mach’s gut, altes Haus? War schön mit dir?

Oft fällt uns bei einem Abschied auf, was wir einmal hatten. Vielleicht kommt es sogar vor, dass wir uns zurückwünschen in vergangene Zeiten. Das ist dann manchmal so wie bei der Großmutter, die man zu Lebzeiten öfter hätte besuchen sollen, doch leider ist sie nun nicht mehr da. Dass wir unsere Gemeinden verändern müssen, hat halt etwas damit zu tun, dass viele Gemeindeglieder austreten und andere nicht am Gemeindeleben teilnehmen.

Veränderung gehört aber auch zu unserem Leben. Wir sind als Christinnen eigentlich ganz gut darauf eingestellt, dass Dinge nicht so bleiben, wie sie sind. Wir sind dem auch gewachsen. Zu den wichtigen Texten, die ich mit Konfirmanden immer bespreche, gehört die Selbstvorstellung Gottes im 2.Buch Mose: „Ich werde da sein“, in einer modernen Übersetzung. Wir kennen diesen Gedanken auch aus einem Lied: Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Ich habe den Band unserer Agende mit den Verabschiedungen aufgeschlagen, Kirchen oder Gemeinden sind nicht darin. Aber ein Gebet scheint mir zu passen:

Gütiger Gott, du segnest uns im Wechsel der Zeiten. Du lässt Gutes wachsen in unserer Mitte. Du achtest auch auf das, was im Verborgenen geschieht. Dafür danken wir dir. Wir bitten dich: Begleite uns auf dem Weg, der vor uns liegt, und geh ihn mit. Bleibe bei uns – alle Tage und in Ewigkeit. Amen.

Also, nun sage ich am Telefon: Pfarrer Deserno, Evangelische Kirchengemeinde Guldenbachtal. Wahrscheinlich werde ich mich ab und zu versprechen, wie jemand nach der Heirat. Aber das tut man ja eigentlich auch ganz gerne. Das Leben geht halt weiter.
(J. Deserno)